Willkommen beim Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt
Der Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V. vertritt die wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Apothekenleiter in Sachsen-Anhalt. Sie erhalten auf unserer Webseite viele Informationen und im internen Bereich den Zugriff auf verschiedene Dokumente.
Für individuelle Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter.
Berlin – Der Deutsche Apothekerverband (DAV) lehnt die Wiedereinführung von Ausschreibungen bei der Versorgung mit patientenindividuell hergestellten Krebsarzneimitteln (Zytostatika) und Hilfsmitteln vehement ab. Entsprechende Regelungen, die bereits in den Jahren 2016 und 2017 galten, sollen nach bekannt gewordenen Änderungsanträgen zum Notfallreformgesetz für zusätzliche Einsparungen bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sorgen. Der DAV warnt jedoch vor erheblichen Risiken für die Versorgung.
DAV-Vorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann erklärt: „Die Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten ist extrem sensibel, sie braucht kurze Wege und eingespielte Strukturen. Die enge Zusammenarbeit von behandelnder Arztpraxis, herstellender Apotheke und Patientinnen und Patienten vor Ort ist ein wesentlicher Faktor für eine sichere und hochwertige Versorgung. Ausschreibungen würden diese bewährten Versorgungsstrukturen zerstören und die wohnortnahe Betreuung der Patientinnen und Patienten schwächen.“ Dr. Hubmann warnt zudem vor strukturellen Negativfolgen im Apothekenmarkt: „Die Ausschreibungen werden dazu führen, dass nur noch einige wenige Apotheken die Versorgung mit Zytostatika übernehmen. Diese Marktkonzentration gefährdet die Existenz etlicher spezialversorgender Apotheken und damit die wohnortnahe Versorgung vieler Patientinnen und Patienten.“
Auch wirtschaftlich ist die Maßnahme unnötig. Denn: Nach einem Schiedsspruch vom 9. September dieses Jahres treten zum 1. Oktober 2026 bereits neue Preise in der „Hilfstaxe“ (Vertrag über die Preisbildung für Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen) in Kraft. Weil dadurch die Herstellerrabatte von den Apotheken an die Krankenkassen weitergegeben werden, werden nach vorläufigen Berechnungen bereits 160 Millionen Euro pro Jahr eingespart. Hubmann dazu: „Durch den erfolgten Schiedsspruch sparen wir ab Oktober einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr ein und leisten damit einen weiteren Beitrag zur Stabilisierung der GKV-Finanzen. Die nun geplanten Ausschreibungen würden also keinen nennenswerten zusätzlichen Nutzen bringen, dafür aber erhebliche Risiken für die Patientenversorgung“, so Dr. Hubmann.
Der DAV kritisiert auch die ebenfalls bekannt gewordenen Pläne der Bundesregierung zur Wiedereinführung der Hilfsmittel-Ausschreibungen. Dr. Hubmann dazu: „Ähnlich wie in der onkologischen Versorgung ist es auch bei Hilfsmitteln so, dass die Patientinnen und Patienten eine möglichst individuelle Beratung und Versorgung benötigen. Wenn nur noch der Preis bei der Beauftragung eines Leistungserbringers zählt, wird die Versorgungsqualität zwangsweise leiden.“
Magdeburg - Die Auslieferung der Grippeimpfstoffe für die kommende Influenza-Saison hat begonnen. Die Apotheken versorgen derzeit die Arztpraxen im Land mit den bestellten Impfstoffen. „Noch immer haben wir in Sachsen-Anhalt eine vergleichsweise hohe Impfquote. Allerdings geht die Impfbereitschaft seit Jahren kontinuierlich zurück. Dabei ist die Grippeimpfung eine wichtige Möglichkeit, sich vor einer Influenza-Erkrankung und insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen“, erklärt Mathias Arnold...
Berlin – Die im Referentenentwurf zum Gesetz zur Neuordnung der Pflegeversicherung (PNOG) vorgesehene Neuregelung bei zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln gefährdet aus Sicht von fünf Verbänden der Gesundheitswirtschaft die Versorgungssicherheit und den Infektionsschutz in der häuslichen Pflege. Statt bewährte, zweckgebundene Leistungen abzuschaffen oder in ein pauschales Entlastungsbudget zu überführen, müsse die Bundesregierung den Zugang zu Hygiene- und Infektionsschutzmitteln dauerhaft absichern, forderten der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), der Deutsche Apothekerverband (DAV), der Industrieverband Hygiene & Oberflächenschutz (IHO) sowie der Verband Versorgungsqualität Homecare (VVHC) in einer gemeinsamen Erklärung.
Rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, der überwiegende Teil wird zu Hause versorgt. Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie u. a. Einmalhandschuhe, Schutzschürzen oder Desinfektionsmittel ermöglichen dabei grundlegende Hygienestandards und helfen, Infektionen wirksam zu vermeiden. Die häusliche Pflege ist damit eine tragende Säule des deutschen Gesundheits- und Pflegesystems.