Schutz vor Zeckenbiss: Immer mehr Sachsen-Anhalter lassen sich gegen FSME impfen

Dieses Jahr verbringen die meisten Menschen ihre Sommerferien in der Heimat. Dann geht es für die Schüler sowie deren Familien vermehrt raus in die Natur. Doch dabei ist Vorsicht geboten. „Bei Wald- und Wiesenausflügen besteht die Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden. Dabei können auch Krankheitserreger übertragen werden. Gefährlich sind die Gelenkentzündungen verursachenden Borreliose-Bakterien und die FSME-Viren, die das Gehirn angreifen. Auch wenn in Sachsen-Anhalt selbst eine Übertragung der FSME Viren durch Zecken nicht beobachtet wurde, sollte beim nächsten Ausflug in die Natur an einen ausreichenden Mücken- und Zeckenschutz gedacht werden“, rät Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt (LAV).

Wer in die Ferien nach Süddeutschland, Sachsen oder auch Thüringen fährt, dem empfiehlt der Hallenser Apotheker eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Impfung. Wer schon geimpft ist, sollte seinen Impfpass überprüfen, ob der Schutz noch ausreichend ist. Ein Schnellschutz kann durch zwei FSME-Impfungen im Abstand von 14 Tagen aufgebaut werden. Generell sollte der Impfschutz je nach Lebensalter alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. 

Bei Impfungen gegen FSME hat die Impfbereitschaft in den vergangenen Jahren in Sachsen-Anhalt erheblich zugenommen. Wurden 2017 98.666 Impfdosen gegen FSME über öffentliche Apotheken abgegeben, waren es 2018 schon 110.859. Mit 127.269 FSME-Impfdosen im Jahr 2019 konnte dieser Wert nochmals erhöht werden. Das hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) auf Basis der Abrechnungen der gesetzlichen Krankenkassen berechnet. 

Was aber nicht zu vergessen ist: Gegen die Borreliose-Erreger, die auch in Sachsen-Anhalt auftreten, gibt es bislang keine Schutzimpfung. Aus diesem Grund helfen bei einem Aufenthalt in der Natur nur festes Schuhwerk, lange Hosen und Jacken bzw. langärmlige T-Shirts sowie ein Insektenschutzmittel für die Haut. Auch sollte nach jedem Ausflug der Körper nach Zecken abgesucht werden, um eine Zecke frühzeitig zu entdecken und schnellstmöglich zu entfernen. „Zum fachgerechten Entfernen einer bereits festgebissenen Zecke sollte auf jeden Fall eine Zeckenzange oder Zeckenkarte benutzt werden, die in jeder Apotheke vorrätig ist“, rät Mathias Arnold.

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