Lieferengpässe werden immer mehr zum Ärgernis

Sangerhausen - Lieferengpässe werden immer mehr zum Ärgernis für Patienten und Apotheker. Ganz akut fehlen vielerorts Fiebersäfte sowie Elektrolyte für Kinder. Diesen Engpass nahm das mdr Fernsehen am 8. August 2022 zum Anlass, um sich in einer Apotheke zeigen zu lassen, mit welchem großen Aufwand die Fiebersäfte selbst hergestellt werden, nur damit die Kleinsten sicher versorgt werden können. „Eine Eigenproduktion von Arzneimitteln sollte immer nur eine Notlösung sein. Die Apotheken können die Lieferprobleme der Industrie auf Dauer personell nicht abfedern. Aber in Ausnahmefällen müssen wir einspringen, damit kein hoch fieberndes Kind unversorgt bleibt. Immerhin benötigen wir für das Anfertigen eines Kinderfiebersaftes bei uns bis zu einer Stunde“, erklärt Grit Enke-Schwarze, Inhaberin der Bären-Apotheke in Sangerhausen. Sie musste bereits Paracetamol Fiebersaft und Oralpaedon Pulver herstellen, um ihre kleinen Patienten versorgen zu können. 

Ziel in den Apotheken des Landes ist, dass alle Patienten versorgt werden. „Oft können wir bei Lieferschwierigkeiten Lösungen finden. Dass ist jedoch immer mit erheblichem Mehraufwand verbunden“, erklärt Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt (LAV). Arnold bittet in diesem Zusammenhang, unbedingt auf das Horten von Arzneimitteln zu verzichten.Hamsterkäufe verschlimmern eher das Problem, weil dann kurzfristig dringend benötigte Arzneimittel den wirklich kranken Menschen entzogen werden und eventuell ungenutzt im häuslichen Medizinschrank verfallen.“

Dramatisch ist übrigens auch die Lage im Krankenhaus. Dort werden zur Zeit nur gekürzte, kontingentierte Mengen an Actilyse geliefert, ein Mittel gegen Blutgerinnsel bei Schlaganfall. Dafür gibt es keine Alternativen. Der Mangel wird bis Ende des Jahres bestehen. 

Zurück