LAV-Vorsitzender Arnold zum Entwurf Koalitionsvertrag Landesregierung
Eine neue Landesregierung muss nach den Wahlen vom 06. Juni 2021 gebildet werden. Aktuell sieht es danach aus, dass CDU, SPD und FDP gemeinsam regieren wollen. Vertreter der drei Parteien haben sich auf einen Koalitionsvertrag verständigt. Dieser geht auch auf die Apotheken ein. Die künftigen Koalitionäre bekräftigen im Entwurf, die Bedeutung der Apotheke vor Ort und speziell die wichtige Funktion der pharmazeutischen Dienstleistungen für die Stärkung der Vor-Ort- Apotheken.
Der Koalitionsentwurf muss jetzt von den jeweiligen Parteigremien beschlossen werden. Im Entwurf heißt es: „Die Arzneimittelversorgung durch Apotheken ist im ländlichen Raum anders als in urbanen Regionen im besonderen Maß von einer ausreichenden Dichte von Präsenzapotheken abhängig. Eine Stärkung der Vor-Ort-Apotheke ist über verschiedene Wege möglich. Eine Möglichkeit ist, vermehrt pharmazeutische Dienstleistungen anzubieten und andere innovative Ansätze zu erproben.“
Zu diesem Passus erklärte Mathias Arnold, Vorsitzender des LAV: „Sachsen-Anhalt ist in der Gesundheitspolitik gezwungenermaßen Vorreiter, wo es um strukturelle Fragen einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung geht. Auf Grund der speziellen demografischen und räumlichen Struktur sind Themen wie Landarztmangel oder Rezeptsammelstellen in unserem Bundesland schon diskutiert worden, als sie in den anderen Bundesländern höchstens als Probleme einer fernen Zukunft betrachtet wurden. Auch deshalb haben wir hier schon immer neue Lösungskonzepte entwickelt und erfolgreich in die Tat umgesetzt. Der Landesapothekerverband hat bereits im Jahr 2008 einen Katalog der pharmazeutischen Dienstleistungen erarbeitet, der die Grundlage für den bundesweiten Leistungskatalog (LEIKA) bildete. Aufgrund des Problemdrucks im Gesundheitswesen ist die Zusammenarbeit der Landespolitik und der Apothekerschaft traditionell sehr vertrauensvoll. Gemeinsam wird nach Lösungen für die Fragen der Versorgung gesucht. Die Formulierungen im aktuellen Koalitionsvertrag reflektieren diesen ständigen Austausch. Wir begrüßen die Formulierungen im aktuellen Koalitionsvertrag ausdrücklich und gehen davon aus, dass wir auch in Zukunft mit der Unterstützung der Politik rechnen können, wenn es darum geht, neue und innovative Lösungen für die pharmazeutische Versorgung zu entwickeln, gerade in dieser Phase dynamischer Digitalisierung. Dabei geht es vor allem darum, die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung durch die Apotheke vor Ort zu sichern und zu stärken."
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