26. Wirtschaftstage: Intensiver Austausch und Diskussion
Halle - Vor dem Hintergrund des schweren wirtschaftlichen Umfelds fanden die diesjährigen Wirtschaftstage im warmen Spätsommer am 2. und 3. September 2022 in Halle statt. „Wir spüren die Sorgen der Menschen, die mit steigender Inflation und Energiekrise einhergehen. Aber auch als Unternehmen haben Apotheken alltäglich mit dieser Problematik zu tun, denn auch auf uns lastet ein wirtschaftlicher Druck durch steigende Kosten. Aber anders als andere Unternehmen können wir die hohen Energiepreise nicht einfach an die Patienten weitergeben“, beschreibt Mathias Arnold das schwierige Arbeitsumfeld. Und er blickt voraus, dass die hohe Inflation das Leben längere Zeit beeinflussen wird. Darum gewinnen die Botschaften an das politische Umfeld eine immense Bedeutung: „Wir müssen alles daran setzen, dass wir nicht belastet, sondern entlastet werden. Die Politik müsste uns etwas geben, statt uns mit der Anhebung des Apothekenabschlags auf 2 Euro weiter zu belasten. Am richtigen Ende sparen heißt die Devise in dieser Zeit und zwar, in dem wirkliche Effizienzreserven im System gehoben werden, z.B. durch Abbau von überflüssiger Bürokratie“, forderte Arnold.
Was können wir unternehmen, damit das bewährte Netz der flächendeckenden Versorgung keine Risse und Löcher bekommt? „Wir müssen dafür sorgen, dass die krisenresiliente Struktur der inhabergeführten Apotheken nicht durch eine „Strukturreform“ seitens der Politik gefährdet wird. Wir haben in der Corona-Krise deutlich bewiesen, dass wir flexibel sind, durchgängig versorgen können und ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung genießen. Darum müssen wir zukünftig mit eigenen Vorschlägen in die Vorhand kommen und der Politik Lösungen anbieten“, blickte Arnold in seinem Eröffnungsreferat in die Zukunft.
Im Anschluss gab der Vorsitzende des Bayrischen Apothekerbandes, Dr. Hans-Peter Hubmann, einen Einblick, welche zähen Verhandlungen geführt werden mussten, um die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen für die Apotheken zu generieren. Er nannte Hintergründe aus den Verhandlungen mit den Krankenkassen und erklärte, wie schwer es war, mit den Kassen dieses nun existierende Dienstleistungspaket auszuhandeln. Dr. Hubmann warb für eine zügige Umsetzung der Dienstleistungen in den Apotheken. „Ich feiere den Tag, an dem der Honorartopf aufgebraucht ist!“
Sören Friedrich, Geschäftsführer der GEDISA GmbH, stellte das Patientenportal mein-apothekenmanager.de vor und führte die geplanten Ergänzungen stichpunktartig auf. „Das Portal kann dazu genutzt werden, die Patienten künftig langfristig digital an die Apotheke vor Ort zu binden. Dafür werden bald genügend Werkzeuge zur Verfügung stehen“, sagte er.
Neuigkeiten aus dem Bereich Arznei- und Hilfsmittel stellten wie immer sehr ausführlich und anschaulich die Mitarbeiterinnen des Geschäftsstelle vor. Wie wichtig dieses Thema ist, zeigten die vielen Nachfragen der anwesenden Apotheker. Und auch der Vortrag von ABDA-Referentin Gudrun Zimmermann zur web-basierten Medizinprodukteverwaltung regte zu zahlreichen Nachfragen an. Sie führte anhand praktischer Beispiele durch die Webseite www.dav-mpv.de und erklärte deren Architektur und Hintergründe.
Im Ergebnis waren es wieder sehr informative und durch regen Austausch geprägte Wirtschaftstage. Selbst der abendliche Ausflug in den Hallenser Bergzoo lieferte neue Einblicke und Eindrücke.