Ein Viertel der Erwachsenen nimmt dauerhaft drei oder mehr Arzneimittel: Apothekerliche Begleitung notwendig

Berlin, 7. Mai 2021 – Ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland braucht
dauerhaft drei oder mehr Arzneimittel. Werden längerfristig mehrere Präparate
benötigt, spricht man von Polymedikation. „Bei Polymedikation ist der
individuelle Rat der Apothekerin oder des Apothekers besonders wichtig.
Denn mit der Zahl der Medikamente steigt auch das Risiko unerwünschter
Wirkungen“, sagt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA –
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Das
Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im März 2021 im Auftrag der ABDA
telefonisch rund 12.000 Bürger*innen ab 18 Jahren. Mehr als die Hälfte (54 %)
gab an, mindestens seit mehreren Wochen verschreibungspflichtige oder
rezeptfreie Arzneimittel einzunehmen. 25 % der Befragten brauchten
dauerhaft drei oder mehr Medikamente.
Der Löwenanteil entfällt auf rezeptpflichtige Arzneimittel: Durchschnittlich 74 %
der Patient*innen aller Altersgruppen nahmen ausschließlich rezeptpflichtige
Arzneimittel ein. Bei weiteren 20 % der Patient*innen war mehr als die Hälfte
aller Medikamente verschreibungspflichtig. Bei 8 von 10 Patient*innen mit
Polymedikation wurden gleichzeitige mehrere Krankheiten therapiert: 36
Prozent nahmen gegen zwei Krankheiten dauerhaft rezeptpflichtige
Arzneimittel ein, 30 Prozent gegen drei und weitere 15 Prozent gegen
mindestens vier Krankheiten.
Der Anteil der Patient*innen, die eine Polymedikation brauchen, steigt mit dem
Alter an: In der Altersgruppe bis 30 Jahren brauchten 4 %, in der Altersgruppe
70 plus 55 % eine Polymedikation. 25 % der Patient*innen ab 70 Jahren
brauchten sogar fünf oder mehr Arzneimittel. Overwiening: „Mit dem Alter
steigt nicht nur die Zahl der Arzneimittel und damit der möglichen
Wechselwirkungen. Auch altersbedingte Veränderungen, wie zum Beispiel
eingeschränkte Nierenfunktion, nachlassende Feinmotorik oder Sehkraft, aber
auch kognitive Fähigkeiten können sich negativ auf die Arzneimitteltherapie
auswirken. Umso wichtiger wird dann die enge Begleitung der Patientinnen
und Patienten durch gezielte pharmazeutische Dienstleistungen.“
Weitere Informationen unter www.abda.de
Ansprechpartner:
Dr. Reiner Kern, Pressesprecher, Tel. 030 40004-132, presse@abda.de
Dr. Ursula Sellerberg, Stellv. Pressesprecherin, Tel. 030 40004-134,
u.sellerberg@abda.de

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