Bürgermeister Birke hält persönliche wohnortnahe Arzneimittelversorgung für unverzichtbar

Fotoshooting in Schraplau

Frank Birke im Gespräch mit Apothekerin Diana Theumer

„Noch kann ich in meine Vor-Ort-Apotheke gehen und erhalte dort eine kompetente, umfassende und persönliche Beratung, wenn ich ein Gesundheitsproblem habe. Dabei stehen mir immer gut ausgebildete Fachleute gegenüber. Darauf möchten weder unsere Einwohner noch ich persönlich verzichten“, erklärt Bürgermeister Frank Birke (CDU). Und ergänzt: „In einer Hotline-Schleife zu warten und dort anonym meine Gesundheitsfragen klären zu lassen, das wäre für mich ein herber Verlust von Versorgungsqualität, sollte es keine Apotheke mehr im Ort geben.“

Grund für diese Positionierung war ein Fotoshooting für die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. in der kleinen Stadt Schraplau. Frank Birke unterstützt eine bundesweite Kampagne der Apotheker. Im Mittelpunkt steht die langfristige sichere und wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln. Im Interesse seiner Bürger möchte das Stadtoberhaupt gleiche Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel in allen Apotheken sichern. „Wenn ein Patient dringend ein Notfallmedikament benötigt, will doch niemand erst weite Wege zurücklegen oder gar Preise vergleichen, um den besten Preis zu finden. Eine schnelle Arzneimittel-Hilfe verbunden mit der persönlichen Beratung, die überall gleich viel kostet, muss das Ziel bleiben“, so Birke.

Aktuell sind deutsche Apotheken einem ungleichen Wettbewerb ausgesetzt:Einerseits bieten ausländische Versandhandels-Konzerne Leistungen nicht an, die für deutsche Apotheken gesetzlich vorgeschrieben sind. Andererseits müssen sie sich nicht an die deutschen Preisregelungen für verschreibungspflichtige Medikamente halten. So hatte es der Europäische Gerichtshof im Oktober 2016 entschieden. Vor allem Apotheken in kleineren Städten und im ländlichen Raum geraten dadurch unter Druck. „Während Versender keine Beratung vor Ort und Notdienste anbieten, individuelle Rezepturen herstellen oder Medikamente und Betäubungsmittel für schwere Krankheiten wie Krebs abgeben, muss und will das unsere lokal ansässige Apotheke leisten“, erklärt Diana Theumer, Inhaberin der Löwen Apotheke in Schraplau. „Wir wehren uns gegen einen ruinösen Preiswettbewerb, denn uns liegt die Qualität der Arzneimittelversorgung sowie eine gute Beratung unserer Patienten am Herzen. Die Kosten dafür hat der Gesetzgeber mit dem Arzneimittelpreis geregelt.“

Als gewählte Vertreterin der Apothekerschaft aus dem Hallenser Raum sitzt sie in der Kammerversammlung der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. In dieser Funktion sprach sie ihren Bürgermeister an. Da ihm die wohnortnahe Arzneimittelversorgung im Interesse seiner Bürger sehr wichtig ist, setzt er sich gern für die kleine Apotheke im Ort ein.

Die klare Forderung der Apotheker an die Bundes- und Lokalpolitik sind einheitliche Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Diana Theumer: „Noch kosten vom Arzt verordnete Medikamente überall in Deutschland gleich viel. Das droht außer Kraft gesetzt zu werden. Die Verlierer sind dann zunächst die Patienten in kleineren Städten und Dörfern, die auf Ihre Vor-Ort-Apotheke verzichten müssen.“

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