Arzneimittel für Kinder benötigen Aufklärung der Eltern

Tag der Apotheke 2019

Kinder sind keine kleinen Erwachsene. Das gilt besonders bei der Anwendung von Arzneimitteln. „Kinder sind sehr verletzlich und schutzbedürftig. Daher gilt für uns Apotheker, Kinder und ihre Eltern zu unterstützen“, erklärt Dr. Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. Anlass ist der Tag der Apotheke am 7. Juni, der in diesem Jahr das Thema: „Richtige Medikation für Kinder“ aufgreift.

In der Regel verabreichen die Eltern den erkrankten Kindern die notwendigen Arzneimittel. Dr. Münch: „Wir müssen die Eltern aufklären und die richtige Handhabung der verordneten Arzneimittel erklären. Das beginnt schon beim Auflösen von Antibiotika-Trockensäften. Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es spezielle Saug- oder Schnabellöffel oder auch Medikamentenschnuller, mit denen die Therapie vereinfacht wird.“

Ab etwa sechs Jahren können viele Kinder dann schon ganze Tabletten einnehmen. Ist das Kind jünger, hat es Schwierigkeiten beim Schlucken oder verweigert die Einnahme, können Tabletten zerstoßen oder zerdrückt werden. Aber auch hier gilt: Besprechen Sie dies zuvor mit ihrem Apotheker. Nicht jede Tablette ist dafür geeignet, auch darf nicht jede Kapsel geöffnet werden. Darum ist es ganz besonders wichtig, die richtige Handhabung in der Apotheke abzustimmen.

Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt erklärt: „Bis zum Alter von 6 Jahren erhält jedes Kind mindestens ein Arzneimittel im Jahr. Meistens sind Kinder von akuten Erkrankungen betroffen. Daher sind neben den Kinder- und Allgemeinärzten unsere Apotheken mit die ersten Anlaufstellen für Eltern und ihre erkrankten Kinder. Aber auch chronische Krankheiten müssen wir im Blick behalten und beispielsweise immer wieder die richtige Anwendung von Inhalationslösungen erklären.“

Vorsichtig müssen Eltern beim Griff in die eigene Hausapotheke sein. Einige für Erwachsene gängige rezeptfreie Arzneimittel sind für Kinder überhaupt nicht geeignet. Ein bekanntes Beispiel ist das Schmerzmittel ASS. Arnold: „Es kann bei kleinen Kindern das Reye-Syndrom, eine akute Leber- und Gehirnerkrankung, auslösen. Rezeptfreie Durchfallmittel mit Loperamid sollten Eltern ihren kleinen Kindern nicht geben, da diese davon sehr müde werden. Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen wie Menthol oder Kampfer sind wegen der Gefahr eines Kehlkopfkrampfes für Kinder unter zwei Jahren ungeeignet. Deshalb ist eine ausgiebige Beratung in der Apotheke vor Ort für Eltern immens wichtig.“

Die richtige Anwendung von Inhalationslösungen wird erklärt. Quelle: ABDA

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