Apotheken schließen am 27. September nachmittags

Bundesminister hält in dieser Zeit Rede vor dem Apothekenparlament in Düsseldorf

Magdeburg - Die Apotheken werden am Nachmittag des 27. September 2023 in der Zeit von 13:00 bis 16:00 Uhr schließen beziehungsweise ihren Betrieb deutlich reduzieren. Denn alle Mitarbeitende in den Apotheken wollen zeitnah mit anhören, was Bundesminister Karl Lauterbach den Teams konkret zu sagen hat, wenn er auf dem Deutschen Apothekentag digital zu den Delegierten spricht. Alle sollen also die Chance bekommen, die Rede des Ministers am Tag der Antworten zu verfolgen und sich ihre eigene Meinung zu seinen Ausführungen zu bilden. 

Aus diesem Grund werden die Apotheken am 27. September nachmittags schließen. Die Notdienst-Apotheken halten die Versorgung aber auf jeden Fall aufrecht. Neben zahlreichen Schließungen werden auch andere Formen des Protestes stattfinden, wie Klappendienst oder „Licht-aus-Aktionen“.

Hintergrund:
Die wirtschaftliche Lage der Apotheken im Land ist sehr angespannt. Lieferengpässe, Personalnot und eine seit Jahren bestehende Unterfinanzierung belasten die Arbeit der Apothekenteams im Land. Das Managen der Lieferengpässe kostet Zeit, Kraft und Nerven. Und vor allem binden die Lieferengpässe sehr viel Personal. Und Personal ist teuer. Diese Personalkosten können die Apothekeninhaberinnen und -inhaber nicht länger allein schultern. Deshalb brauchen sie dringend eine Anpassung des Honorierungssystems. Die Leistungen und Herausforderungen des Jahres 2023 können nicht mit einem Honorar aus dem Jahr 2013 bezahlt werden.

Mittlerweile ist jeder zweite Patient von den bestehenden Lieferengpässen betroffen. Für diese Engpässe sind die Apotheken nicht verantwortlich. Das führt jetzt so weit, dass die flächendeckende verlässliche Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln in Deutschland teilweise destabilisiert ist. Um Lösungen bemüht, sucht der Verband Gespräche mit der Politik, um die Situation zügig zu entschärfen. „Leider stellen wir fest, dass die Bundesregierung in ihren Gesetzesvorhaben die Probleme der öffentlichen Apotheken weitgehend übergeht und es bisher keinen nennenswerten Ausgleich der massiven Inflationskosten gibt. Wir brauchen aber dringend eine Dynamisierung der Honorare“, erklärt Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V. (LAV). Viele Apotheken im Land stehen wirtschaftlich auf der Kippe, wenn nicht bald Lösungen auf dem Tisch liegen. Doch geschlossene Apotheken sind nicht die Lösung, sie verschärfen das Problem. 

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