Apotheken-Protesttag
Berlin - Mit bundesweit geschlossenen Apotheken und rund 25.000 Demonstrierenden in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München haben die Apothekenteams ein deutliches Signal ausgesendet. Auch in Sachsen-Anhalt blieben vielerorts Apotheken geschlossen, um auf die zunehmend angespannte wirtschaftliche Lage aufmerksam zu machen. Der Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V. (LAV) hatte zwei Busse organisiert, die von Halle und Magdeburg aus zum bundesweiten Protesttag der Apothekerschaft nach Berlin fuhren. Dort sollte ein klares Signal für die dringend benötigte Honorarerhöhung und gegen weitere Apothekenschließungen erfolgen.
Sachsen-Anhalt ist in besonderem Maße von den aktuellen Entwicklungen betroffen. Als überwiegend ländlich geprägtes Bundesland stellt die Sicherstellung einer flächendeckenden Arzneimittelversorgung eine zentrale Herausforderung dar. Schon heute müssen Patientinnen und Patienten in einigen Regionen längere Wege zur nächsten Apotheke in Kauf nehmen. Gestiegene Personal-, Energie- und Betriebskosten belasten die Betriebe erheblich. Gleichzeitig wird es zunehmend schwieriger, Nachfolgerinnen und Nachfolger für bestehende Apotheken zu finden oder Neugründungen wirtschaftlich tragfähig umzusetzen – insbesondere im ländlich geprägten Raum.
Ein zentraler Kritikpunkt war heute das seit 2013 unveränderte Honorar für rezeptpflichtige Arzneimittel. Während Kosten für Personal, Energie und Logistik kontinuierlich gestiegen sind, blieb die Vergütung konstant. Viele Apotheken geraten dadurch wirtschaftlich unter Druck.
Die Apothekerschaft verwies zudem auf politische Zusagen: Eine Erhöhung des Apothekenhonorars wurde auf Bundesebene angekündigt. Vor Ort wächst jedoch die Sorge, dass konkrete Maßnahmen weiter auf sich warten lassen.
Notdienst sicherte Versorgung
Trotz der Proteste blieb die Versorgung gewährleistet: Notdienstapotheken standen auch in Sachsen-Anhalt für akute Fälle zur Verfügung.