Versorgung mit Arzneimitteln patientenorientiert sichern

Neujahrsempfang der Heilberufler Sachsen-Anhalts in Magdeburg

Mathias Arnold im Gespräch mit Journalisten

Magdeburg, 10. Januar 2018. „Unsere landesweit 597 öffentlichen Apotheken versorgen ihre Patienten zügig und kompetent mit allen benötigten Arzneimitteln. Wenn es notwendig ist, bringt der Apotheker auch nach Dienstschluss ein dringend benötigtes Arzneimittel persönlich seinem Patienten nach Hause. „Kompetenz heißt bei uns, den Patienten, seine Erkrankung und die Arzneimitteltherapie in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen, unabhängig von Herkunft, Bildungsstand oder Handicaps. Wir kommunizieren mit ihm auf Augenhöhe, beraten ihn individuell zu seinen Arzneimitteln und erklären ihm die richtige Einnahme oder Anwendung. Wir Apotheker in der Offizin sind somit nah dran an den Sorgen und Nöten unserer Patienten“, erklärt Dr. Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, heute anlässlich des Neujahrsempfangs der Heilberufler Sachsen-Anhalts in Magdeburg. 

Diese bestehende wohnortnahe, vertrauenswürdige und persönliche Betreuung in allen Gesundheitsfragen abzusichern, wird ein Arbeitsschwerpunkt der kommenden Jahre aus Sicht von Apothekerkammer und Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt (LAV) sein. „Mit großer Sorge sehen wir Entwicklungen in der deutschen aber auch der europäischen Politik. Dabei wird zu sehr auf marktwirtschaftliche Prinzipien wie Preiskonkurrenz und Verdrängungswettbewerb gesetzt. Das gefährdet unser sicheres und diskriminierungsfreies System der Arzneimittelversorgung. Dabei sind feste und vor allem deutschlandweit einheitliche Preise die Grundlage für die flächendeckende und wirtschaftlich solide Versorgung mit Arzneimitteln. Wir Apotheker benötigen diese Planungssicherheit, um auch in der digitalen Welt die Versorgung patientenorientiert sicherzustellen“, so Mathias Arnold, Vorsitzender des LAV. 

Für die selbständigen Apotheker sind Freiberuflichkeit und Gemeinwohlpflicht untrennbar miteinander verbunden. Der Patient kann darauf vertrauen, mit allen seinen Arzneimitteln versorgt und unabhängig beraten zu werden, und das rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Dabei trägt jeder Inhaber die volle wirtschaftliche Verantwortung für seine Apotheke und gibt der Apotheke ein Gesicht. Viele Arbeitsschritte bis zur Abgabe eines Arzneimittels bleiben dem Patienten verborgen. Die Umsetzung von fast 25.000 kassenindividuellen Rabattverträgen sorgen für einen erheblichen bürokratischen Aufwand hinter den Kulissen. „Wir verzeichnen regelmäßig einen erhöhten Beratungsbedarf aufgrund der immer wiederkehrenden Wechsel bei den Rabattvertragspartnern. Dabei bleibt die Therapietreue auch bei wechselnden Arzneimittelanbietern ein wichtiges Erfolgskriterium für die Behandlung einer Krankheit. Dafür müssen und wollen wir Sorge tragen“, so Kammerpräsident Dr. Münch. 

Einheitliche Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel sichern die Leistungsfähigkeit aller Apotheken für alle Patienten. Das ist nicht nur patientengerechte Gesundheitspolitik, das ist auch bürgernahe Strukturpolitik z.B. für ländliche Räume. „Ein Wettbewerb, der das Grippemedikament oder Antibiotikum bei mehr Nachfrage oder bei Lieferengpässen verteuert oder der Unterschiede zwischen Stadt und Land zulässt, kann und darf nicht im Interesse der Patienten sein. Dass das so bleibt, dafür werden wir einstehen“, so Mathias Arnold.

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